Klassisches Affiliate-Marketing vs. Info-Affiliate-Marketing

Aktuell wird in der Internetmarketing Szene viel diskutiert – Teils sehr kontrovers und persönlich, auf der einen Seite sicherlich berechtigt. Während sich Martin Mißfeldt auf seinem tagseoblog über die “Bauernfänger” der Geld verdienen Szene auslässt geht es im Blog von Karsten Windfelder um das Klassische Affiliate-Marketing vs. Info-Marketing.

Diese Diskussion finde ich ganz ehrlich wesentlich spannender und möchte hierüber einmal meinen “Senf” dazu geben, da ich einer der wenigen(???) bin der auf beiden Seiten mitspielt.

Was ist das klassische Affiliate-Marketing?

Beim klassischen Affiliate-Marketing werden Nischen gesucht in denen es Partnerprogramme für Produkte dieser Nische gibt,es wird eine Webseite aufgebaut, (hoffentlich) echte Testberichte veröffentlicht, SEO betrieben, man hofft das die Seiten gut ranken und man somit seine Sales macht.

Es werden also physikalische Produkte, Handyverträge, Reisen etc. vermittelt.

Die Provisionshöhe liegt im allgemeinen Durchschnitt bei 5%, je nach Themengebiet auch mal höher.

Vorteile:

  • Man braucht sich keine Gedanken machen, dass das Produkt einmal “unaktuell” ist (z.B. Waschmaschinen)
  • Für die Reputation sorgt der Hersteller des Produktes
  • Meist reicht wenig Content
  • Durch eigene Erfahrungsberichte/Testberichte kann man sich leicht von der Konkurrenz abheben

Nachteile:

  • Die Provisionshöhe ist meist (natürlich auch Endpreisabhängig) ziemlich niedrig

Was ist “Info-Affiliate-Marketing”?

Mit dieser Wortneuschöpfung meine ich die Affiliates die Infoprodukte bewerben. Auch hier baut man am besten eine Webseite auf, auf der man Informationen zum Thema liefert, auf Probleme eingeht. Betreibt SEO und hofft das man Sales macht.

Es werden letztendlich also Informationen vermittelt.

Die Provisionen auf die digitalen Produkte (Problemlöser) die man vermittelt, liegt meist bei 50%. Das ist natürlich schon ein großer Anreiz.

Aber eigentlich ist das nichts anderes als beim klassischen Affiliate-Marketing!

Wieso haben viele ein Problem mit dem “Info-Affiliate-Marketing”?

Mir kommt es so vor, das viele (klassische) Affiliates das “Info-Marketing” immer mit dem “Geld verdienen im Internet Coaching” gleichsetzen. Also das man nur vom Info-Marketing spricht, wenn man anderen zeigt wie man (ganz leicht/über Nacht) Geld im Internet verdient. Das ist jedoch grundsätzlich falsch. Info-Marketing bedeutet auch nicht, dass man sich eine E-mail Liste aufbauen muss um diese dann mit Mails und Affiliate-Links vollbombardieren.

Menschen die “Info-Marketing” betreiben und sich “Info-Marketer” nennen, verkaufen ihr Wissen lediglich in Form von digitalen Produkten wie eBooks oder auch Videokursen. Das können Informationen jeder Art sein. Menschen die digitale Produkte zum Thema “Muskelaufbau“,”Hämorrhoiden” (Hab mich bei Clickbank umgesehen 😉 ), oder “Fettverbrennung” verkaufen, betreiben eben Info-Marketing.

Der Grund wieso man sich gebündelte Informationen kauft, ist einfach – um sich Zeit zu sparen. Dieses Geschäftsmodell wird im Buchhandel seit Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt – Dort werden Fachbücher/Ratgeber veröffentlicht und verkauft.

Was könnte klassische Affiliates an Infoprodukten stören?

Hier kann ich nur mutmassen.

1. Die Aufmachung?:

Salesletter oder Squeezepages finden viele schließlich abschreckend.

2. Das Marketing?:

Oft (nicht nur in der Geld verdienen Szene) wird “mit dem Hammer” geworben. Große Versprechungen, Lockangebote, Verknappung. Das ist oft nicht nachvollziehbar. Eventuell fürchtet man, das man selbst einen schlechten Ruf bekommen könnte??

3. Der Aufwand?:

Ich behaupte das man für “Info-Affiliate Seiten” wesentlich mehr Zeit und Aufwand hineinstecken muss um Leser anzuziehen. Man muss im Thema (am besten) bereits drin stecken und bereits auf der Webseite Probleme lösen. Problemlöser-Texte z.B. zum Thema “Hämorrhoiden” lassen sich vll. nicht ganz so einfach bei Content-Agenturen bestellen wie 0815-Produktbeschreibungen.

Wieso sollte ich als Affiliate nicht versuchen digitale Produkte zu vermitteln?

Wenn das Produkt gut ist und dem Endkunden einen echten Mehrwert bietet, sehe ich keinen Grund das nicht zu tun. Man hat meines erachtens mehr Arbeit, da man dem Besucher/Interessenten bereits auf der Webseite echte “Problemlöser” bieten muss, aber die hohe Provision würde dies im Endeffekt wieder ausgleichen.

Letztendlich entscheidet das Produkt darüber ob man Erfolg haben wird als Affiliate, denn wenn das Produkt nichts taugt, ob physikalisch oder digital, dann wird sich das rumsprechen und das wars.

Persönlich finde ich es jedenfalls sehr gut von Karsten Windfelder, dass er einmal über den Tellerrand geschaut hat und eine Annäherung wagte, ob das der richtige “Konkress” war (dort ging es ja ums “Geld verdienen im Internet”), dass sei mal dahin gestellt.

Letztendlich ist das klassische “Affiliate-Marketing” wie auch das “Info-Affiliate-Marketing” reines Internetmarketing.

Ich hoffe das ich mit diesem Beitrag eine sachliche Diskussion starten kann. Denn mich persönlich würde es schon interessieren, wieso soviele “klassische” Affiliates etwas gegen das “Info-Marketing” haben.

4 Gedanken zu „Klassisches Affiliate-Marketing vs. Info-Affiliate-Marketing

  1. Hallo Thomas,

    danke dir für´s Erwähnen und die Aufarbeitung des Themas. Komischerweise habe ich einiges an “Gegenwind” öffentlich über Blogkommentare bekommen und positives Feedback direkt per Mail.

    Saluti dal Ticino e un buon fine settimana :-)
    Karsten

  2. Hallo Karsten,
    den “Gegenwind” habe ich ja gelesen und das war letztendlich auch der Anlass für diesen Beitrag.
    Ich kann es nicht ganz nachvollziehen und hoffe, dass sich hier noch eine kleine Diskussion starten lässt.
    Neugierig, wie wir Menschen eben sind würden mich die Beweggründe nämlich schon interessieren!
    Beste Grüße
    Thomas

  3. Irgendwie finde ich die Diskussion generell seltsam. Wir reden über verschiedene Geschäftsmodelle und welches davon besser ist, das entscheiden letztendlich der Kunde/Leser und ich. Der Kunde/Leser, weil er das Angebot annimmt oder auch nicht und ich, weil ich mich mit meinem Geschäft identifizieren können muss. Ob mein Nachbar sich für den einen oder anderen Weg entscheidet, kann mir dabei völlig gleichgültig sein. Wozu soll die ganze Diskussion folglich gut sein? Jedenfalls gedenke ich nicht meinen Blog http://www.mit-fahrrad.info nach irgendwelchen Scheingefechten auszurichten.

  4. Info-Affiliate-Marketing ist die Zukunft, alles andere wird irgendwann von Google abgeschossen werden…ein gutes Affiliate-Projekt sollte IMMER nicht als solches erkennbar sein und einen sichtlichen Mehrwert für den Nutzer bilden, das ist was viele vergessen.

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