Interview mit Reto Stuber, Social Media Experte aus New York

In der letzten Zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema “Social Media Marketing“. Die Möglichkeiten des “Social Webs” scheinen mir unendlich und Sociale Netzwerke wie Twitter, YouTube und allen voran Facebook sind zuverlässige Trafficlieferanten.
Da mir jedoch die Zeit fehlt mir die ganzen Infos im Netz zusammen zu suchen, kaufte ich mir das Buch “Erfolgreiches Social Media Marketing” von Reto Stuber.
Dieses hatte ich schon lange Zeit auf meinem “Amazon Wunschzettel” und als vor einigen Tagen die 4. Auflage des Buches rauskam hab ich zugeschlagen.

Schon nach wenigen Seiten hat Reto Stuber mich von seinem Wissen überzeugt und deshalb lud ich Ihm zu Interview ein. Ich wollte mehr über Ihn und seinem Werdegang erfahren.
Reto nahm meine Einladung an und deshalb freut es mich Ihnen heute das Interview präsentieren zu können.

Genug der Vorrede, beginnen wir nun mit dem Interview zwischen Reto Stuber und mir über “Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, Xing & Co.”

Hallo Reto, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst, mir ein Interview zu geben. Du bist Buchautor und hast eine große Leidenschaft für Social Media und Internet Marketing. Wie kamst Du dazu, dich dem Thema „Social Media“ zu widmen?

Social Media Experte - Reto StuberHi Thomas, danke für Deine Anfrage – sehr gerne nehme ich mir die Zeit, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dass ich mich mit Social Media beschäftige, war eine glückliche Fügung des Schicksals.

Ich habe anfangs 2009 entschieden, in der Schweiz meine Siebensachen zu packen, um in den USA meinen persönlichen „American Dream“ zu verfolgen. Ich hatte ein paar Jahre zuvor eine Greencard in der Lotterie gewonnen, die mir das Leben und Arbeiten in Amerika ermöglichte. Mein Plan war (und ist) simpel: Ich will sehen, was das Leben mir zu bieten hat, und dabei primär dass tun, was mir Spaß macht.

Deshalb begann ich damit, für deutsche Unternehmen aus New York als USA-Korrespondent zu berichten. Ich besuchte viele Events, machte Interviews, schrieb Hintergrundartikel etc. Dabei nutzte ich auch meine persönlichen Social Media Kanäle zur Bekanntmachung.

Meine Kunden wollten dann mehr darüber wissen, wie sie das Internet für Marketingzwecke einsetzen könnten. So verlagerte sich mein Fokus von der Berichterstattung immer mehr in die Beratung und Umsetzung von Internet Marketing und Social Media Strategien. Dabei wuchsen auch mein persönliches Interesse und mein Ehrgeiz, dieses Fachgebiet noch besser zu verstehen.

… und dann hast Du einfach den Beststeller „Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING und Co.“ geschrieben? Das Buch ist ja im Data Becker-Verlag erschienen, wieso hast Du dazu entschieden, das Buch als physisches Produkt über einen Verlag zu veröffentlichen und nicht als eBook? Eine digitale Veröffentlichung hätte doch eine Menge Vorteile, vor allem finanziell?!

Nun, schauen wir uns zuerst an, wie es überhaupt zu dem Buch kam. Ich hatte mich auf eine Anzeige hin bei Data Becker gemeldet und den Vorschlag für das Social Media Buch unterbreitet. Das Feedback ließ nicht lange auf sich warten: Ich erhielt eine Absage!

Deshalb bohrte ich nach, um den Grund dafür zu erfahren. Mein Nachhaken führte dazu, dass ich gebeten wurde, ein detailliertes Konzept zu unterbreiten. Dann wurden wir uns rasch handelseinig, und der Rest ist Geschichte.

Erfolgreiches Social Media Marketing mit Reto StuberFür mich war es wichtig, einen etablierten Verlag zu haben, der mich bei meinem ersten Buch unterstützt. Das war für mich schon ein großer Meilenstein und eine coole Sache, die mich auch den ganzen Sommer 2010 in Beschlag genommen hat! Ich habe da nicht viel von den Annehmlichkeiten des Big Apple genossen, sondern mich in meinen vier Wänden eingesperrt und das Wissen aus dem Kopf auf Papier gebracht.

Als das Buch dann gedruckt wurde, hatte ich bei der Bekanntmachung den Support von einigen deutschen Internetmarketern. Dafür bin ich den Kollegen sehr dankbar – es ist nicht selbstverständlich, dass ein gedrucktes Buch beworben wird, dass gerade mal die Amazon-Affiliate Provision von 1 Euro oder so abwirft! Das war für mich schon ein echter Freundschaftsdienst, den ich da erfahren durfte.

Diese Unterstützung hat dann maßgeblich dabei mitgeholfen, dass das Buch sofort zu einem Bestseller auf Amazon wurde. Dass es sich nun immer noch ganz vorne hält, liegt hoffentlich primär am Inhalt und nicht nur am Marketing.

Mir war und ist es wichtig, dem Leser inhaltlich möglichst viel zu bieten. Da kann das Marketing noch so gut sein, wenn der Inhalt nicht hält, was er verspricht, wird das im Social Web rasch transparent.

Aber nun zur Frage: warum gedruckt und nicht als eBook?

Ich hätte eigentlich gerne beide Varianten, der Verlag möchte aber im Moment nur das gedruckte Buch veröffentlichen. Wir haben die Vorteile und Nachteile diskutiert, und das letzte Wort liegt hier leider nicht bei mir. Aber wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Wenn ich das Buch selbst als eBook ohne Verlag veröffentlicht hätte, bin ich mir nicht sicher, ob ich die gleiche Reichweite und Beachtung erhalten hätte. Finanziell wäre dabei vielleicht mehr in meiner eigenen Tasche gelandet, aber ich bin dankbar für die „Lessons learned“ und die Erfahrungen, die ich mit dem gedruckten Buch sammeln konnte. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag ist auch sehr angenehm und konstruktiv.

Sein erstes Buch schreibt man ja nicht einfach so alleine und vor Fehlern ist man auch nicht gefeit. Hast du dich an einem anderen Autor orientiert bzw. dir Tipps geben lassen? Was für Fehler sind dir denn unterlaufen??

Als ich mit dem Buch begonnen habe, habe ich zuerst mal selbst sehr viel gelesen und mich inspirieren lassen. Es war ja nicht so, dass ich zu dem Zeitpunkt schon „alles“ gewusst habe, was ich schreiben wollte. Dann habe ich die relevanten Informationen und Stichworte zusammen getragen, diese sortiert und in Themencluster gebündelt.

Und dann ging es ans Eingemachte! Ich musste meine eigene Sprache finden und einem roten Faden folgen. Der Verlag hat mir da die maximale Freiheit gelassen, und ich habe den ganzen Sommer 2010 mit dem Schreiben des Buchs zugebracht. Dabei habe ich mir zum Teil auch gezielte Unterstützung geholt für bestimmte Themen oder Aspekte.

Eigentlich hätte ich das erste Manuskript gleich vor meinem Urlaub in der Schweiz abgeben sollen. Ich wollte mich nach diesem heißen Sommer ein bisschen erholen und meine Freundin endlich meiner Familie vorstellen. Leider wurde das Buch aber bis zur Deadline nicht ganz fertig. Meine Familie hat dann die Gelegenheit ergriffen, meine Liebste gleich besser kennen zu lernen und ihr Helvetien näher zu bringen – während ich mich noch ein letztes mal einsperrte, um den letzten Schliff am Buch anzusetzen.

Trotz aller Sorgfalt passieren natürlich auch Fehler. Ich habe mich sehr genervt, dass ich bei der Liste der von möglichen Outsourcingpartnern den Link zu den Kollegen von http://free-days.de ohne Bindestrich im Buch geschrieben gehabt (darum erwähne ich den hier gleich noch extra :-)). Auf einer anderen Seite ist mir auch noch ein Absatz doppelt reingerutscht.

Ok, widmen wir uns nun dem Web 2.0. In welchen Netzwerken des „Social Webs“ ist ein mitmischen aus Deiner Sicht unabdingbar? Worauf sollte man auf gar keinen Fall verzichten?

Dafür stelle im Buch die ZEMM-MIT-Methode vor. Diese geht davon aus, dass man sich zuerst orientieren muss, wo die eigene Zielgruppe zu Hause und wo bereits über einem gesprochen wird.

Für eine spezifische Nische kann zum Beispiel ein entsprechendes Forum der bessere Platz sein als Facebook. Mehr zur Methode gibt es in der letzten „Website Boosting“-Ausgabe nachzulesen, den PDF-Download des Artikels mit einer Menge an Social Media Tools findet sich hier.

ZEMM-MIT Methode von Reto Stuber

Aber klar ist, dass eine Präsenz auf Facebook zum guten Ton gehört. Wer dann auch noch auf Twitter seinen Namen sichert, beweist Weitblick, und wer beide Plattformen regelmäßig bewirtschaftet, ist auf dem richtigen Weg.

Für mich gehört auch ein gepflegtes Business-Kontaktnetzwerk zur Grundlage in der digitalen Welt, und da kommen XING für den deutschsprachigen Raum und LinkedIn für die transatlantische Völkerverständigung ins Spiel.

Wenn ein Einsteiger im Social Media Bereich auf dich zukommt und dich fragt wie er anfangen soll, was rätst du Ihm? Welche 3 Schritte sollte er zu allererst machen?

Ich empfehle natürlich, nach der ZEMM-MIT-Methode vorzugehen. Man muss sich als Erstes überlegen, warum man aktiv werden will und welche Ziele man damit verfolgt. Dann geht es darum, herauszufinden, wo die relevante Community/Zielgruppe ist, mit der man sich austauschen möchte. Wenn das geklärt ist, kommt das aktive Mitmachen in diesem Umfeld, indem man einen Mehrwert für das Gegenüber schafft.

Zu guter Letzt geht es dann darum, die eigenen Aktivitäten möglichst effizient und effektiv zu gestalten und dafür die geeigneten Tools zu finden. Das Management der Social Media Profile und Netzwerk ist für mich eine wichtige Disziplin, sonst kann es schnell passieren, dass man Stunden um Stunden auf Facebook, Twitter und Co. verbringt.

Was wird Deiner Meinung nach von vielen Menschen, die versuchen Social Media Marketing zu betreiben, vernachlässigt bzw. grundsätzlich falsch gemacht?

Jedes Individuum und jedes Unternehmen durchläuft eine Lernkurve in den sozialen Medien, und das ist ok so. Ich lerne jeden Tag etwas Neues, erhalte Feedback, Erkenntnisse und bereichernde Kontakte.

Ein Beispiel: Als das Buch neu herauskam, gab es ein paar Leute, denen das Cover gar nicht zugesagt hat, und die das auch öffentlich kundgetan haben. Diesen wertvollen Input haben wir geprüft und deshalb für die 4. Auflage eine Ausschreibung auf der Plattform Crowdspring.com für das neue Coverdesign gemacht. Wir haben dann aus über 200 Vorschlägen rund 10 Finalisten ausgewählt und die Leute abstimmen lassen. Der Sieger war ein Designer aus Indien, dessen Cover wir nun nutzen.

Social Media Buch - Alte und neue Auflage

Ich bin davon überzeugt, dass die sozialen Medien unsere persönliche Entwicklung fördern – und dasselbe gilt natürlich auch für Unternehmen! Was mir in der Praxis leider immer wieder auffällt: Nach der ersten Euphorie schlafen die Kanäle ein. Da ist ein Potenzial ist, dass man sich vergibt.

Auch im Bereich des Marketing Mix sehe ich oft, dass man Social Media stiefmütterlich behandelt. Es ist nicht damit getan, eine Facebook-Seite hinzustellen! Besser ist es, wenn die Neuen Medien in die klassischen Marketingaktivitäten einbezogen werden.

Oder ganz konkret: Das Facebook Logo gehört auf die Visitenkarte, der Link aufs Briefpapier oder die nächste Rechnung, der „Sharing“-Button in den Newsletter, der Aufkleber an die Tür, etc.

Abstimmung über Buchcover der 4. Auflage

Vor Kurzem hat Google, ein eigenes soziales Netzwerk veröffentlicht. Google+ (Google Plus) wurde geboren. Google will mit dem Netzwerk Google+, Facebook Konkurrenz machen! Was rechnest Du Google+ für Chancen zu? Kann Facebook wirklich mit 700 Millionen Nutzern wirklich noch eingeholt werden?

Google+ gefällt mir sehr gut, so viel vorneweg. Google hat hier nach den bisherigen Social Media Flops ganze Arbeit geleistet und in den ersten zwei Wochen rund 10 Millionen Nutzer verbuchen können. Zum Vergleich: Das entspricht fast der Anzahl User, die XING seit 2003 aufgebaut hat!

Wer mit Facebook zurechtkommt, wird sich auch im Googleschen Social Network wohlfühlen. Durch die breite Nutzung verschiedener Google Dienste und (künftige) Integrationsmöglichkeiten wird es für den User sehr einfach und intuitiv sein, diese Funktionen zu nutzen. Das wird die Verbreitung weiter fördern.

Ob Google Facebook „einholen“ wird, wenn es um die Anzahl Nutzer geht, ist schwer abzuschätzen. Im Moment sind vor allem technisch versierte Nutzer und Internet-Geeks auf Google+ aktiv, die breite Maße muss sich da noch etablieren.

Der Erfolg hängt für Google aber davon ab, wie viel Zeit der Nutzer auf der Seite verbringt und welche Daten sich zum User sammeln lassen – und wie dass diese dann monetarisiert werden können. Und dass Google weiß, wie man Geld verdient, ist offensichtlich!

Reto Stuber auf Google+

Da Social Media Marketing, schon recht zeitaufwändig ist und es ja viele Netzwerke gibt, verliert man sehr leicht den Überblick! Mir geht es jedenfalls so ;). Welche Social Monitoring Tools kannst Du empfehlen?

Klar, die Klassiker für das Social Media Monitoring und Social Media Management der eigenen Präsenz sind www.tweetdeck.com und www.hootsuite.com, und dann stehen noch www.seeismic.com und www.postling.com zur Auswahl.

Allen voran finde ich den Dienst www.google.de/alerts sehr praktisch, um den eigenen Namen etc. zu monitoren. Für Twitter ist auch www.tweetalarm.com hilfreich, wenn bspw. der eigene Name in einem Tweet auftaucht, man aber nicht direkt mit der @-mention-Funktion angesprochen wird.

Wer gerne alles via E-Mails erhält, der kann www.hyperalerts.no für die Überwachung von Facebook Seiten nutzen. Das ist eine Alternative zu den Facebook eigenen E-Mail-Notifikationen und kann auch zum Monitoring der Mitbewerber genutzt werden.

Für Twitter gibt es bei www.socialoomph.com eine tägliche Zusammenfassung (… und wer genug von den automatischen Twitter Direktnachrichten hat, der kann sich unter www.socialoomph.com/optout austragen).

Vielen Dank für das Interview, Reto! Hast Du noch etwas, dass Du den Lesern mitteilen möchtest?

Besten Dank an Dich, Thomas, für das Interview. Ich hoffe, die Tipps geben Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wertvollen Input für die Praxis. Wenn Sie noch mehr wissen wollen, dann können Sie sich unter www.socialmediabuch.com die 70-seitige Leseprobe meines Buchs herunterladen. Und bei Fragen: Einfach melden, Social Media lässt grüßen :-)!

Lieber Reto, vielen Dank für dieses spannende Interview!

Ich hoffe Sie fanden das Interview mit Reto Stuber über das Social Media Marketing genauso interessant wie ich. Ich kann Ihnen sein Buch über Social Media Marketing zu 100% weiter empfehlen.

Das Social Media Buch: “Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, Xing & Co” können Sie für 29,90 Euro bei Amazon.de bestellen:

==> Zum Social Media Buch

Reto und ich freuen uns natürlich über Ihr Feedback zum Interview. Hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar mit Ihrer Meinung und Ihren Erfahrungen beim Social Media Marketing!

Beste Grüße

Thomas H.

3 Gedanken zu „Interview mit Reto Stuber, Social Media Experte aus New York

  1. Hallo Thomas, hallo Reto Stuber,

    ein wirklich sehr interessantes Interview.
    Damit meine ich die Fragen, wie auch die Antworten.

    Denn hier wird zwar auch (indirekt) für das Buch von Ihnen Reto geworben, aber vielmehr geben Sie hier klipp und klare Tipps zum Thema Social Media!

    Man kann ganz klar erkennen, das Sie wirklich Ahnung von der Materie “Social Media Marketing” haben.

    Ich kenne bereits Ihr Buch und kann mich der Empfehlung von Thomas nur anschließen. Absolute Kaufempfehlung.

    Reto Ihnen noch viel Erfolg weiterhin als Social Media Experte.
    Thomas, Sie möchte ich um weitere solche Interviews bitten und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog wünschen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Oskar

  2. Hallo,

    ich danke für das interessante Interview.
    Ihre Geschichte wie Sie zum Social Media Experten und Buchautor wurde, Herr Stuber, finde ich sehr inspirierend.

    Weiterhin viel Erfolg
    wünscht Michael

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